W3C-Geplänkel. Oder: Manchester-Kapitalismus
Seit einiger Zeit werden auf den entsprechenden Webseiten Grabenkämpfe rund um das W3C ausgetragen. Dabei geht es um die Grundsatzfrage, ob das Konsortium (W3C) noch handlungsfähig ist. Aufgeblähte Bürokratie, zu langsame Entscheidungsfindungen und fehlende Verbindung zur Basis - den Webdesignern & Programmierern - sollen sich im W3C breit gemacht haben. Große Namen tauchen mittlerweile bei den Schreienden auf - Hören wir uns das doch mal an!
Es erinnert ein wenig an die Stadtflucht. Die Menschen halten es auf dem Land nicht mehr aus, fliehen in die Städte, hoffen auf Besserung, doch ihre Massen machen es in den Städten auch unaushaltbar und so beginnen die eigentlichen Städter aufs Land zu fliehen 'weil es da so schön & ruhig ist'. Wenig später beginnt das ganze von vorn.
So fliehen momentan immer mehr Mitarbeiter vom W3C - eine Organisation, die begründet wurde, damit 'alles besser wird' (Für die Nicht-Webler: Das W3C kümmert sich kurz gesagt um die Festlegung aller wichtigen Webstandards!). Das Tolle am W3C ist, dass es eine non-kommerzielle Organisation ist. So können Standards auch wahre Standards werden und nicht bloße Pseudo-Standards bleiben wie u.a. Microsoft sie immer wieder versucht, auszurufen. Das W3C ist per Definition unabhängig und nur am Besten für den Endbenutzer interessiert. Das klingt doch toll. Warum es verlassen?
Es heißt, die Entscheidungen des W3C würden viel zu lange dauern. Für jeden Aspekt wird eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die mehrere Entwürfe produziert (sog. Working Drafts) bis nachher die erste Empfehlung eines Standards (sog. Recommendations) fertig ist. An den Working Drafts darf quasi noch jeder mitfeilen, die Recommendations sind schon fester. An ihnen wird auch noch gefeilt - jedoch wesentlich gezielter. Von der Erkenntnis, dass ein neuer Standard her muss bis zur ersten Recommendation, nach der man sich tatsächlich richten kann, vergehen auf den W3C-Wegen schonmal gut & gerne drei Jahre. Und danach ist's ja noch nicht ganz getan - die Arbeit geht immer weiter.
Außerdem heißt es, das W3C habe die Beziehung zur Basis verloren - zu Programmierern und Webdesignern, die tagtäglich mit den W3C-Standards arbeiten müssen (oder eher 'sollten' - aber das ist eine andere Geschichte! Mehr dazu hier!). Man entwerfe unnötig komplizierte Standards, deren Einhaltung beinahe unmöglich sei. Dadurch würde es noch komplizierter, neue Anhänger der Standards zu gewinnen und für Endkunden würden unnötig hohe Kosten entstehen, weil die Umsetzung einer standardkonformen Webseite schlicht & einfach länger andauert.
Aus diesen und anderen Gründen verlassen mehr & mehr Mitarbeiter das W3C und organisieren sich in neuen Organisationen mit nicht zu merkenden Buchstabenkürzeln (WFIHZK ?!). Große Namen im Webdesign machen nun von sich hören (Manche von ihnen selbst Mitwirkende im W3C) - Heise.de berichtete - um diese Entwicklung zu kommentieren. Dabei denke ich an Mr. Zeldman, Eric Meyer und Molly Holzschlag.
Jeffrey Zeldman hat kürzlich mit seinem Artikel 'An Angry Fix' eine Lawine ins Rollen gebracht. In diesem Artikel mahnt er (minder differenziert) die oben beschriebenen Probleme des W3C an. Darauf antwortete Molly Holzschlag im Rahmen des Web Standards Project mit ihrer Sicht der Dinge. Sie sieht das W3C nicht dort wo Jeffrey es beschreibt und nennt die positiven Aspekte des Konsortiums. Auf diesen Artikel antwortete Eric Meyer mit einem wohldurchdachten Text, der zu Verstehen gibt, dass Jeffrey's Äußerungen nicht allzu weit hergeholt waren. Molly Holzschlag schrieb darauf hin auf ihrer eigenen Webseite (um nicht den Rahmen des Web Standards Project als Schutzschild zu benutzen) ein kleines Credo an das W3C sowie einige Antworten zu Eric Meyer's Artikel.
Das Grundproblem scheint klar zu werden: Das W3C reagiert zu langsam auf Bedürfnisse und braucht zu lange für ein sichtbares Ergebnis, so daß sich die Mitwirkenden einer Arbeitsgruppe oftmals zu fragen beginnen, woran sie seit langer Zeit arbeiten, da noch immer kein greifbares Ergebnis sichtbar ist. Das pädagogisch wichtige Erfolgserlebnis bleibt zu lange aus. Unbekannte Gruppierungen aus W3C-Flüchtlingen mit unmöglichen Buchstabenkürzeln haben scheinbar eine kürze Zeitspanne zum Erfolg nötig. Sind ihre 'Produkte' denn auch Standards?
Nein. Denn ein Standard definiert sich nicht dadurch, dass in Großbuchstaben vorne auf dem Deckblatt 'Standard' steht. Ein Standard ist auch nur ein Standard, wenn sich eine kritische Masse daran hält. Die Umsetzung macht ein rein hypothetisches Konstrukt zu einem realen Standard.
Die sog. Split-Off Organisationen können nicht wirklich glauben, dass sie von Firmen wie Microsoft oder Apple ernst genommen werden. Ihre Ergebnisse wird niemand hören. Und warum? Weil das Label nicht stimmt. Die Qualität der Ergebnisse solcher Spalter-Gruppen will ich überhaupt nicht anzweifeln - sehr gute Leute arbeiten (leider!) zur Zeit in ihnen. Aber Wohldurchdachtheit reicht nicht aus. Es hat schließlich Jahre gedauert, bis viele wichtige große Firmen sich an die Einhaltung von W3C-Standards gebunden haben. Einige große Firmen versuchen immer wieder, ihre eigenen 'Standards' zu erwirken, indem sie proprietäre Erweiterungen in die Programme einbauen, die sich an die W3C Standards halten sollen. Immer wieder muss dabei der Name Microsoft fallen (z.B. Internet-Explorer-Filter).
Diese Gruppe von Firmen, die sich jetzt bereits gegenseitig auf allen Ebenen bekämpfen und immer wieder versuchen, eigene Standards auszurufen, weil sie glauben, groß genug dafür zu sein, werden sich niemals unter einem dieser absurden Buchstabenkürzel-Vereine reorganisieren. Wenn das W3C fällt, dann fällt auch die gesamte wahre Standardisierung. Die Flucht brillianter Mitarbeiter vom W3C beschleunigt diesen Prozess.
Ich denke, das W3C macht die beste Arbeit, die man in ihrer Situation machen kann. Schließlich müssen die Standards, die sie entwerfen, theoretisch in alle Ewigkeit fortbestehen können und an jeder Stelle wo es nötig ist für die Zukunft sinnvoll erweiterbar sein. Das ist ein wenig, als ob man ständig ein Grundgesetzbuch neu verfassen müsste. So eine Aufgabe braucht einfach Zeit. Es ist sogar sinnvoll, daß nicht halbfertige Standards abgeliefert werden, damit sich auf neuere Entwicklungen gestürzt werden kann, um diese zu standardisieren. Denn so mancher 'Trend' hat sich schnell wieder von den Monitoren verabschiedet. Wenn jedes Mal das W3C seine Prozesse für diese Trends anwerfen würde, die in naher Zukunft keinen mehr interessieren, dann wäre das eine unverantwortliche Resourcenverschwendung.
Manchmal hinkt das W3C tatsächlich hinter sinnvollen Entwicklungen hinterher. Als Beispiel seien die Newsfeeds mit XML angebracht. Die meisten von Euch kennen sie jedoch vermutlich als RSS-Feeds. RSS ist überall - jedes Blog hat eines, jede Nachrichtenseite hat eines - selbst diese meine Seite hat eines. Jedoch ist RSS nicht vom W3C. Wie kommt's? Der RSS-Entwurf füllte eine Lücke. Das W3C hatte für Newsfeeds noch keinen Standard fertig und es dauerte an. Daher haben sich immer mehr Web-Coder am Entwurf von RSS orientiert. Heute gibt es ein W3C-Equivalent zu RSS: ATOM. Und langsam setzt sich ATOM auch auf mehr & mehr Webseiten durch - aus einem einfachen Grund: ATOM kann mehr als RSS. Es mag zu lang gedauert haben, bis es fertig war, doch ich kann sagen, dass sich das Warten gelohnt hat. ATOM ist sehr mächtig. Was lange währt wird endlich gut.
An anderer Stelle ist das W3C seiner Zeit voraus. So z.B. bei CSS. Seit langem liegt CSS 3.0 beim W3C einfach nur herum. Aber das ist nicht ihre Schuld. Denn es sind die Browser, die diese neuen Standards nicht einhalten. Soweit ich weiß, ist Firefox der einzige Browser überhaupt, der sich schon mit einigen wenigen Befehlen in die Welt von CSS 3.0 gewagt hat. Dabei ist CSS 3.0 toll! Lest euch doch mal die Fähigkeiten von CSS 3.0 durch! Leider werden wir wegen Apple's Webkit, aber vor allem wegen Microsoft's Internet Explorer 7 vermutlich noch bis mindestens 2009 mit der Umsetzung von CSS 3.0 Standards warten müssen. Der IE7 hält nämlich nicht mal CSS 2.0 vollkommen ein. Die Mozilla-Entwickler haben also noch viel Zeit, sich mit CSS 3.0 zu beschäftigen. Leider.
Die Leute mit großen Namen spielen den Firmen, die stetig gegen einander, (im Hintergrund) gegen das W3C und gegen den Endbenutzer arbeiten, direkt in die Hände, wenn sie mit Pauken und Trompeten das W3C verlassen und absurde Komkurrenzprojekte in die Welt rufen. Ebenso denke ich, dass Leute wie Jeffrey Zeldman bei der Bekanntheit ihres Namens und der Frequentierung ihrer Webseite sich mit Äußerungen über den langsamen Tod des W3C zurückhalten sollten - sie helfen diesem Prozess damit nur auf die Sprünge.
Das W3C wird gebraucht. Sein Name ist Programm. Sein Wort hat Einfluss. Wenn an den Strukturen des W3C etwas geändert werden muss, dann soll dies geschehen - aber mit Struktur, Transparenz und vor allem Würde. Das W3C hat einen Ruf zu verlieren. Bei der momentanen Lage wird es unmöglich sein, nochmals etwas vergleichbares wie das W3C ins Leben zu rufen. Das W3C muss weiter bestehen. Wenn Mitarbeiter es verlassen, dann bitte ohne klägliches Nachtreten und ohne absurde Neugründungen. Und wenn große Namen im Web sich dazu äußern, dann bitte nachdem sie sich an den Satz erinnert haben "Aus großer Macht wächst große Verantwortung".
Es erinnert ein wenig an die Stadtflucht. Die Menschen halten es auf dem Land nicht mehr aus, fliehen in die Städte, hoffen auf Besserung, doch ihre Massen machen es in den Städten auch unaushaltbar und so beginnen die eigentlichen Städter aufs Land zu fliehen 'weil es da so schön & ruhig ist'. Wenig später beginnt das ganze von vorn.
So fliehen momentan immer mehr Mitarbeiter vom W3C - eine Organisation, die begründet wurde, damit 'alles besser wird' (Für die Nicht-Webler: Das W3C kümmert sich kurz gesagt um die Festlegung aller wichtigen Webstandards!). Das Tolle am W3C ist, dass es eine non-kommerzielle Organisation ist. So können Standards auch wahre Standards werden und nicht bloße Pseudo-Standards bleiben wie u.a. Microsoft sie immer wieder versucht, auszurufen. Das W3C ist per Definition unabhängig und nur am Besten für den Endbenutzer interessiert. Das klingt doch toll. Warum es verlassen?
Es heißt, die Entscheidungen des W3C würden viel zu lange dauern. Für jeden Aspekt wird eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die mehrere Entwürfe produziert (sog. Working Drafts) bis nachher die erste Empfehlung eines Standards (sog. Recommendations) fertig ist. An den Working Drafts darf quasi noch jeder mitfeilen, die Recommendations sind schon fester. An ihnen wird auch noch gefeilt - jedoch wesentlich gezielter. Von der Erkenntnis, dass ein neuer Standard her muss bis zur ersten Recommendation, nach der man sich tatsächlich richten kann, vergehen auf den W3C-Wegen schonmal gut & gerne drei Jahre. Und danach ist's ja noch nicht ganz getan - die Arbeit geht immer weiter.
Außerdem heißt es, das W3C habe die Beziehung zur Basis verloren - zu Programmierern und Webdesignern, die tagtäglich mit den W3C-Standards arbeiten müssen (oder eher 'sollten' - aber das ist eine andere Geschichte! Mehr dazu hier!). Man entwerfe unnötig komplizierte Standards, deren Einhaltung beinahe unmöglich sei. Dadurch würde es noch komplizierter, neue Anhänger der Standards zu gewinnen und für Endkunden würden unnötig hohe Kosten entstehen, weil die Umsetzung einer standardkonformen Webseite schlicht & einfach länger andauert.
Aus diesen und anderen Gründen verlassen mehr & mehr Mitarbeiter das W3C und organisieren sich in neuen Organisationen mit nicht zu merkenden Buchstabenkürzeln (WFIHZK ?!). Große Namen im Webdesign machen nun von sich hören (Manche von ihnen selbst Mitwirkende im W3C) - Heise.de berichtete - um diese Entwicklung zu kommentieren. Dabei denke ich an Mr. Zeldman, Eric Meyer und Molly Holzschlag.
Jeffrey Zeldman hat kürzlich mit seinem Artikel 'An Angry Fix' eine Lawine ins Rollen gebracht. In diesem Artikel mahnt er (minder differenziert) die oben beschriebenen Probleme des W3C an. Darauf antwortete Molly Holzschlag im Rahmen des Web Standards Project mit ihrer Sicht der Dinge. Sie sieht das W3C nicht dort wo Jeffrey es beschreibt und nennt die positiven Aspekte des Konsortiums. Auf diesen Artikel antwortete Eric Meyer mit einem wohldurchdachten Text, der zu Verstehen gibt, dass Jeffrey's Äußerungen nicht allzu weit hergeholt waren. Molly Holzschlag schrieb darauf hin auf ihrer eigenen Webseite (um nicht den Rahmen des Web Standards Project als Schutzschild zu benutzen) ein kleines Credo an das W3C sowie einige Antworten zu Eric Meyer's Artikel.
Das Grundproblem scheint klar zu werden: Das W3C reagiert zu langsam auf Bedürfnisse und braucht zu lange für ein sichtbares Ergebnis, so daß sich die Mitwirkenden einer Arbeitsgruppe oftmals zu fragen beginnen, woran sie seit langer Zeit arbeiten, da noch immer kein greifbares Ergebnis sichtbar ist. Das pädagogisch wichtige Erfolgserlebnis bleibt zu lange aus. Unbekannte Gruppierungen aus W3C-Flüchtlingen mit unmöglichen Buchstabenkürzeln haben scheinbar eine kürze Zeitspanne zum Erfolg nötig. Sind ihre 'Produkte' denn auch Standards?
Nein. Denn ein Standard definiert sich nicht dadurch, dass in Großbuchstaben vorne auf dem Deckblatt 'Standard' steht. Ein Standard ist auch nur ein Standard, wenn sich eine kritische Masse daran hält. Die Umsetzung macht ein rein hypothetisches Konstrukt zu einem realen Standard.
Die sog. Split-Off Organisationen können nicht wirklich glauben, dass sie von Firmen wie Microsoft oder Apple ernst genommen werden. Ihre Ergebnisse wird niemand hören. Und warum? Weil das Label nicht stimmt. Die Qualität der Ergebnisse solcher Spalter-Gruppen will ich überhaupt nicht anzweifeln - sehr gute Leute arbeiten (leider!) zur Zeit in ihnen. Aber Wohldurchdachtheit reicht nicht aus. Es hat schließlich Jahre gedauert, bis viele wichtige große Firmen sich an die Einhaltung von W3C-Standards gebunden haben. Einige große Firmen versuchen immer wieder, ihre eigenen 'Standards' zu erwirken, indem sie proprietäre Erweiterungen in die Programme einbauen, die sich an die W3C Standards halten sollen. Immer wieder muss dabei der Name Microsoft fallen (z.B. Internet-Explorer-Filter).
Diese Gruppe von Firmen, die sich jetzt bereits gegenseitig auf allen Ebenen bekämpfen und immer wieder versuchen, eigene Standards auszurufen, weil sie glauben, groß genug dafür zu sein, werden sich niemals unter einem dieser absurden Buchstabenkürzel-Vereine reorganisieren. Wenn das W3C fällt, dann fällt auch die gesamte wahre Standardisierung. Die Flucht brillianter Mitarbeiter vom W3C beschleunigt diesen Prozess.
Ich denke, das W3C macht die beste Arbeit, die man in ihrer Situation machen kann. Schließlich müssen die Standards, die sie entwerfen, theoretisch in alle Ewigkeit fortbestehen können und an jeder Stelle wo es nötig ist für die Zukunft sinnvoll erweiterbar sein. Das ist ein wenig, als ob man ständig ein Grundgesetzbuch neu verfassen müsste. So eine Aufgabe braucht einfach Zeit. Es ist sogar sinnvoll, daß nicht halbfertige Standards abgeliefert werden, damit sich auf neuere Entwicklungen gestürzt werden kann, um diese zu standardisieren. Denn so mancher 'Trend' hat sich schnell wieder von den Monitoren verabschiedet. Wenn jedes Mal das W3C seine Prozesse für diese Trends anwerfen würde, die in naher Zukunft keinen mehr interessieren, dann wäre das eine unverantwortliche Resourcenverschwendung.
Manchmal hinkt das W3C tatsächlich hinter sinnvollen Entwicklungen hinterher. Als Beispiel seien die Newsfeeds mit XML angebracht. Die meisten von Euch kennen sie jedoch vermutlich als RSS-Feeds. RSS ist überall - jedes Blog hat eines, jede Nachrichtenseite hat eines - selbst diese meine Seite hat eines. Jedoch ist RSS nicht vom W3C. Wie kommt's? Der RSS-Entwurf füllte eine Lücke. Das W3C hatte für Newsfeeds noch keinen Standard fertig und es dauerte an. Daher haben sich immer mehr Web-Coder am Entwurf von RSS orientiert. Heute gibt es ein W3C-Equivalent zu RSS: ATOM. Und langsam setzt sich ATOM auch auf mehr & mehr Webseiten durch - aus einem einfachen Grund: ATOM kann mehr als RSS. Es mag zu lang gedauert haben, bis es fertig war, doch ich kann sagen, dass sich das Warten gelohnt hat. ATOM ist sehr mächtig. Was lange währt wird endlich gut.
An anderer Stelle ist das W3C seiner Zeit voraus. So z.B. bei CSS. Seit langem liegt CSS 3.0 beim W3C einfach nur herum. Aber das ist nicht ihre Schuld. Denn es sind die Browser, die diese neuen Standards nicht einhalten. Soweit ich weiß, ist Firefox der einzige Browser überhaupt, der sich schon mit einigen wenigen Befehlen in die Welt von CSS 3.0 gewagt hat. Dabei ist CSS 3.0 toll! Lest euch doch mal die Fähigkeiten von CSS 3.0 durch! Leider werden wir wegen Apple's Webkit, aber vor allem wegen Microsoft's Internet Explorer 7 vermutlich noch bis mindestens 2009 mit der Umsetzung von CSS 3.0 Standards warten müssen. Der IE7 hält nämlich nicht mal CSS 2.0 vollkommen ein. Die Mozilla-Entwickler haben also noch viel Zeit, sich mit CSS 3.0 zu beschäftigen. Leider.
Die Leute mit großen Namen spielen den Firmen, die stetig gegen einander, (im Hintergrund) gegen das W3C und gegen den Endbenutzer arbeiten, direkt in die Hände, wenn sie mit Pauken und Trompeten das W3C verlassen und absurde Komkurrenzprojekte in die Welt rufen. Ebenso denke ich, dass Leute wie Jeffrey Zeldman bei der Bekanntheit ihres Namens und der Frequentierung ihrer Webseite sich mit Äußerungen über den langsamen Tod des W3C zurückhalten sollten - sie helfen diesem Prozess damit nur auf die Sprünge.
Das W3C wird gebraucht. Sein Name ist Programm. Sein Wort hat Einfluss. Wenn an den Strukturen des W3C etwas geändert werden muss, dann soll dies geschehen - aber mit Struktur, Transparenz und vor allem Würde. Das W3C hat einen Ruf zu verlieren. Bei der momentanen Lage wird es unmöglich sein, nochmals etwas vergleichbares wie das W3C ins Leben zu rufen. Das W3C muss weiter bestehen. Wenn Mitarbeiter es verlassen, dann bitte ohne klägliches Nachtreten und ohne absurde Neugründungen. Und wenn große Namen im Web sich dazu äußern, dann bitte nachdem sie sich an den Satz erinnert haben "Aus großer Macht wächst große Verantwortung".
Update
Das W3C ist sich der Lage durchaus bewusst und scheint eben diese Versprengung von Standards verhindern zu wollen. Dafür nimmt es jetzt z.B. einen von einer aussenstehenden Gruppe entworfenen Standard in die Reihe der eigenen Standards auf, um diesem ein Standbein zu geben. Mehr dazu hier!Geschrieben am 22.08.2006




diese trick funktioniert schon lange nicht mehr bei Videos mit Urheberrechten. "This video contains content from Sony Music Entertainment. It is no...
- pj