Es gibt eine grundlegende Wahrheit im Netz: Qualität setzt sich durch. Egal wie toll und bunt eine Webseite aufgemacht ist - ihr längerfristiges Bestehen sichert sie sich ausschließlich durch ein gutes Angebot an Inhalten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei den Inhalten um hochtrabende akademische Themen oder um günstige Shopping-Angebote handelt - es zählt alleine der Faktor, dass die angebotenen Inhalte einen Nutzen / Wert für den Besucher der Webseite haben. Auch eine schöne Hülle ist nichts weiter als eine Hülle - und Menschen wollen mehr als nur das.
Wir können feststellen, daß Webseiten mit qualitativem Angebot sich auf längere Sicht eine feste Besuchergruppe sichern, welche die Webseite regelmäßiger frequentiert. Dies ist für Theologie-Blogs ebenso wahr wie für eBay.
Noch etwas Grundlegenders verbindet all die genannten Webseiten: Die Art des Informationsflusses. Für jede neue Information sowie zum erneuten Abrufen von alten Informationen muss der Benutzer die Webseite aktiv aufrufen und in ihr navigieren, um zur gewünschten Information zu kommen.
Der Einfachheit halber sei hier ein Vergleich mit einem Zeitungskiosk genannt: Um Informationen zu erhalten, müsst ihr eure Wohnung verlassen, zum Kiosk gehen, den Zeitungsständer durchforsten und die gewünschte Zeitung zuhause auf dem Küchentisch ausbreiten. Sucht ihr nach Außenpolitik, so müsst ihr mindestens einmal umblättern. Blättert ihr zuweit, so landet ihr beim Sport, wo ihr ja auch nicht hinwolltet.
Genau so verhält es sich mit Webseiten. Ihr müsst sie besuchen & durchstöbern, bevor ihr die richtige Information findet. Oben, Unten, Links und Rechts von der gesuchten Information findet ihr aber andere Infos, die ihr gar nicht gesucht habt. Oben z.B. Name und Anschrift des Inhabers der Webseite, Rechts im blinkenden Flash-Banner die neueste BH-Werbung, Unten Informationen über den Hersteller des Webauftritts und Links eine Menge Verweise auf andere Artikel.
Diese Art der Informationsverbreitung nennt man eine 'Pull-Technologie' (Engl.: to pull). Die Webseite zieht durch ihr Angebot Leser zu sich (wie die Motten das Licht...). Interessante Inhalte, einfache Bedienung/ Navigation sowie ansprechendes Design sind dabei die Kernpunkte zur Gewinnung neuer Stammleser.
Bleiben wir zum Verdeutlichen bei der Zeitung: Wie evt. bereits einigen von euch beim Zeitungskiosk-Beispiel weiter oben aufgefallen sein mag, hat es eine Veränderung in der Zeitungsdistribution gegeben. Eines schönen Tages ist ein pfiffiger Mensch auf die Idee gekommen, daß man die Zeitung ja auch zu den Menschen nach Hause liefern könnte. Das bedeutete mehr Arbeitsplätze, mehr Geld für den Verlag und vor allem mehr Komfort für die Leserschaft.
Genau an diesem Punkt befinden wir uns heute. Vor einiger Zeit (die im Web eine halbe Ewigkeit bedeutet...) sind pfiffige Leute auf die Idee gekommen, eine Möglichkeit zu entwickeln, Internet-Nutzern Inhalte quasi nach Hause auf ihren PC zu bringen - Zentralisiert, Organisiert und frei verfügbar. Das 'Feed' war geboren - Ein Datenstrom in einem bestimmten Format, der an ein Lese-Programm auf dem Computer des Benutzers geliefert wird. Formate dieser 'Feeds' sind RSS und ATOM.
Was der Benutzer dafür braucht, ist ein Programm, das diese Formate versteht und ausgibt. So mancher Browser liefert mittlerweile Tools dafür - ebenso wie einige Mailprogramme. Doch was nützt dies dem Benutzer wirklich?
- Man muss nicht mehr selber daran denken, nochmal Webseite XY zu besuchen ("Es könnten ja neue Inhalte drauf sein..."), sondern wird bei neuem Inhalt sofort mit diesem versorgt.
- Ab einer gewissen Lesezeichen-Anzahl verliert jeder den Überblick für die wirklich interessanten Seiten, die man regelmäßiger besuchen sollte. Bei RSS / ATOM trägt man einfach den Datenstrom in das Lese-Programm ein und verpasst so keine spannende Neuigkeit mehr.
- Außer dem reinen Datenstrom / Reintext (+Bildern) sieht der Leser nichts während er liest. Nervige Werbung mitten im Artikel o.ä. ungeliebte Werbepraktiken gibt es nicht.
- Der Benutzer erhält nur genau das, was er auch bestellt hat. Wenn z.B. eine Seite aus fast unveränderlichen Texten besteht, aber u.a. ein Blog betreibt, welches sich im Gegensatz zum Rest der Seite fast täglich ändert, dann kann (falls der Betreiber der Seite es anbietet) der Benutzer nur die Artikel dieses Blogs abonnieren und in Zukunft empfangen.
Wenn man seinen eigenen Datenstrom selber bauen will, ist einige Kenntniss in PHP und XML erforderlich. Jedoch bieten mittlerweile Services wie Feedburner die Möglichkeit an, die eigene Webseite zur Syndikatisierung durch Feedburner einzutragen. Feedburner indiziert dann die Inhalte der eingetragenen Webseite und veröffentlicht sie als RSS und ATOM. Den Link zu diesem 'Feed' könnt ihr dann auf eure Webseite setzen. So kann jeder 'Feeds' erzeugen.
Ohne Frage ist dieser Distributionsweg die Zukunft, da er wesentlich komfortabler für den Benutzer ist. Zur Zeit sind - wild gerundet - 80 Millionen Feeds verfügbar. Anzahl stark steigend. Wie ... ihr habt noch keins? Na, dann aber los!
Geschrieben am 07.08.2006




Für die Neugierigen: Seit der Implementierung der Botquestion-Funktion in meinem CMS BeautifyWeb und damit auch diesem Blog ist kein einziger...
- Tobias