Nur weil man selbst nicht mehr Microsoft-Produkte benutzt, ist man leider nicht von der Last befreit, für sie zu debuggen. Doch wer nicht unbedingt viele Gigabyte für eine Dual-Boot oder Virtualisierungslösung aufgeben will, muss sich schon anstrengen, um z.B. den Internet Explorer unter Linux zum Laufen zu bringen. Erleichtert wird dies durch das IEs4Linux-Projekt!Es kann ja so einfach sein: Installiert cabextract und Wine in Eurer Linux-Distro, ladet Euch die neuste Version von IE4Linux herunter, entpackt & startet ies4linux. Nachdem Ihr vom Installationsbildschirm begrüßt worden seid, könnt ihr Installationspfade (und unter den erweiterten Einstellungen auch Internet Explorer 7!) anwählen und mit einem Klick installieren.
Nach erfolgreicher Installation gibt es in den von Euch ausgewähltem Installationspfad Launchers für Internet Explorer 6 und ggf. Internet Explorer 7. Natürlich gibt es innerhalb der Programme einige Einschränkungen: Bestimmte Menüs, die eine echte Windows-Umgebung erwarten, funktionieren nicht und die GUI von IE7 ist die von IE6. Außerdem funktioniert die Adresszeile nicht immer, so dass der Öffnen-Dialog benutzt werden muss.
Dies sind allesdings allesamt zu vernachlässigende Einschränkungen. Denn das Entscheidende - eine echte Trident Layout Engine von IE6 bzw. IE7 - funktioniert ganz genau wie im nativen Internet Explorer unter Windows. So könnt Ihr als Web-Developer unter Linux problemlos für den Internet-Explorer debuggen oder im Firmen-Intranet eine Internet-Explorer Only Seite öffnen.
Der Wermutstropfen: Der einzige Developer des IEs4Linux-Projekts hat zum letzten Mal im Februar dieses Jahres von sich hören lassen. Zum Jahreswechsel 2007/08 hatte er bereits familiäre Probleme angesprochen - Es scheint z.Z. so, als ob das Projekt stillstünde.
Wer eine Zero-Install Lösung will und sich weder mit Wine noch buglastigen Programm-Portierungen herumschlagen will, kann auf eine andere kostenlose Dienstleistung zurückgreifen: Den IE NetRenderer. Hier könnt Ihr ganz einfach eine URL angeben, von der Ihr gerne die Internet-Explorer Darstellung sehen möchtet, wählt zwischen den Trident Layout Engines von IE 5.5 bis IE8b1 aus und erhaltet im Handumdrehen einen hochauflösenden Screenshot.
Vorteil des IE NetRenderers ist, dass man sehr schnell von jedem Rechner aus jegliche Website in verschiedenen Trident Layout Engines betrachten kann. Somit ist ein kurzer Check auf Cross-Browser Kompabilität oder eine Suche nach einem ganz bestimmten Detailfehler problemlos möglich.
Was der IE NetRenderer jedoch nicht bieten kann, ist Interaktion: Da man einen Screenshot einer URL erhält, ist hier das Testen von interaktivem Inhalt (Menüs, Javascript etc.) nicht möglich. Ausschließlich mit IE NetRenderer arbeiten ist also nicht wirklich möglich.
Insgesamt nutze ich z.Z. fürs Web-Development Firefox3 (Gecko-Engine), Opera 9.5 (Presto-Engine), Midori (WebKit-Engine) und die IEs4Linux IE6 und IE7 (Trident-Engine). Und wie sieht Euer Browser Setup aus? Habt Ihr noch hilfreiche Tipps, wie man unkompliziert für die weite Welt der Layout-Engines debuggt?
Geschrieben am 11.07.2008




Sehr interessant! Auch die Arbeit, die du dir gemacht hast. Allerdings werde ich das Favicon nicht verwenden, damit ich Scroogle nicht mit Google...
- isinkwa