Um Maschinen das Lesen und Indizieren von Websites zu vereinfachen, haben sich in der Vergangenheit mehrere Standards daran versucht, sog. Metadaten über Websites zu vereinheitlichen. Nur die <meta>-Tag Notierungen haben heute einen entsprechenden Verbreitungsgrad um sie ernst zu nehmen. Wenn es nach den modernen Schnitzelnjägern geht, könnte bald ein neues Tag Einzug in die Metatag-Familie halten - Und auch den großen Fischen unter den Suchmaschinen käme das Konzept sehr gelegen.Seit dem Jahr 2000 (Abschaltung der künstlichen Verschlechterung der Genauigkeit von GPS-Signalen durch die US-Regierung) haben sich GPS-Systeme in verschiedensten Formen im Privatsektor breit gemacht. Seitdem hat die Ortung der eigenen Wohnung, des eigenen Arbeitsplatzes oder der uneigenen, versteckten Tupperware-Dose für viel Spaß am Gerät gesorgt.
Der Quasi-Hype des Erfassens von GPS-Daten hat nun auch Einzug in die Metadaten von Websites gehalten: Mit dem Geotagging können Websites nun nach Wunsch genau lokalisiert und kartographiert werden. Dank dem Google-Maps Mashup "Geo Tag Generator" können mit wenigen Clicks die genauen Längen- und Breitengrade der eigenen Website herausgefunden werden.
Via pseudo-standardisierten meta-Tags können diese Daten dann der head-Sektion der eigenen Website hinzugefügt werden. Einige robots/spiders sollen diese Daten bereits auslesen können. Vom W3C unterstützt oder von namenhaften Suchmaschinenbetreibern akzeptiert sind diese Angaben jedoch keineswegs.
Ziel der ganzen Sache ist es, insbesondere Dienstleistungen lokal besser auffindbar zu machen. Wenn z.B. die Website einer Autowerkstatt die GPS-Daten der Werkstatt im meta-Bereich mitliefert, reicht in Zukunft vielleicht bald einzig die URL um die genaue Adresse des Dienstleisters auf unserem Planeten zu erfahren.
Bis jetzt sind allerdings hauptsächlich Blogs und private Websites von Geeks & Geekinnen registriert (Hier ein Beispiel für Aachen und Umgebung), da sich das Geotagging (noch) nicht wirklich etabliert hat. Bei Nicht-Dienstleistern drängt sich allerdings die Frage auf, was genau gegeotaggt werden soll: Geotagge ich meine Wohnung, weil ich von dort aus blogge? Oder lieber die Adresse des Servers (in Berlin)? Da ich auch oft unterwegs bin, sind nicht alle Artikel an meinem Wohnort verfasst - Ist das relevant?
Fazit dieser gestellten Fragen ist: Für Nicht-Dienstleister ist das Geotagging eher Spaß am Gerät als wirklich ein ernst gemeinter Service für die eigenen Leser/Besucher der Website. Suchmaschinenbetreiber wie Google hätten an einem wahren Standard für Geotagging ihre reine Freude, weil sie dann viel einfacher Web & reale Welt in ihren Google Maps verbinden könnten. Allerdings gelingt ihnen das auch ohne GPS-Daten bereits erschreckend gut.
(via HACKTHENET-BLOG)
Geschrieben am 29.09.2007




Für die Neugierigen: Seit der Implementierung der Botquestion-Funktion in meinem CMS BeautifyWeb und damit auch diesem Blog ist kein einziger...
- Tobias