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Die Menschliche Seite von Linux

Ubuntu - Towards HumanityIn den vergangenen zwei Jahren hat Linux stark an Beliebtheit gewonnen. Dies liegt vor allem an der neuen Ausrichtung einiger Linux-Distributionen wie z.B. Ubuntu, SuSe und Fedora, die sich alle bemühen, Linux auch im Desktop-Bereich zu etablieren. Die "2007 Desktop Linux Survey" macht mit ihren Ergebnissen diesen Erfolg nun deutlich.

Großer Gewinner im Zuwachs an Benutzern ist ganz klar Ubuntu, die mit ihrem Motto "Towards Humanity" unter Leitung von Gründer Mark Shuttleworth eine einfach zu bedienende Linux-Distribution entwickeln. In der Umfrage von Desktop Linux gab rund ein Drittel aller Teilnehmer an, Ubuntu-Linux als Distribution zu benutzen.

Linux Desktop StatistikenWann und warum genau diese Benutzer zu Ubuntu gewechselt sind, gibt die Umfrage nicht preis. Jedoch verzeichnete der Veranstalter der Umfrage Desktop Linux einen starken Anstieg in der Teilnahme: Mehr als doppelt so viele Linux-Benutzer nahmen an der Umfrage teil als im Jahr zuvor - Dies allein ist bereits ein Indikator, dass es mehr Linux-Benutzer gibt als zuvor.

Ubuntu hat in jüngerer Vergangenheit eine Reihe wichtiger Kooperationen abgeschlossen: Im Zuge des neu entflammten Betriebssystemkampfs zwischen Microsoft Vista und Mac OS X positionierte sich Ubuntu als echte, offene Alternative und ging im Gegensatz zu anderen Linux-Distributionen nicht auf die Patent-Drohgebärden seitens Microsoft ein, mit denen der Dinosaurier aus Redmond sich einige lukrative Kooperationen eingefangen hatte. Ubuntus neuer Vertrag mit DELL, wonach der Hardwarehersteller nun verschiedene Systeme mit vorinstalliertem Ubuntu-Linux liefert, hat ebenfalls zum Erfolg dieser menschlichen Linux-Variante beigetragen.

Mark Shuttleworth, Gründer und Geldgeber von Ubuntu, ist wegen des Erfolgs 'seiner' Linux-Distribution ein viel gefragter Mann. Irgendwo während seinen Reisen zwischen London und Südafrika hat ihn kürzlich Lifehacker für ein exklusives Interview entführen können. Darin erzählt Mark einiges über die Zukunft von Ubuntu, Erfahrungen aus den Geschehnissen der jüngsten Vergangenheit von Ubuntu, seine Arbeitsgewohnheiten und mehr.

Beinahe zeitgleich ist von offizieller Ubuntu-Seite auch der Titel der übernächsten Version von Ubuntu bekannt gegeben worden: Hardy Heron (Ubuntu 8.04). Dieser hartgesottene Reiher wird auch die nächste Business-Variante von Ubuntu mit Long-Term-Support (LTS) darstellen. Dazu muss man wissen, wie der Release-Zyklus von Ubuntu funktioniert: Alle 6 Monate wird eine stabile Distribution veröffentlicht, welche neueste Software, aktualisierte Kernel, immer bessere Funktionsweisen u.v.m. mit sich bringt. Diese Distributionen sind für den Desktop-Einsatz gedacht. Alle zwei Jahre (jeden vierten Zyklus) wird eine LTS-Variante veröffentlicht, deren Fokus auf Firmeneinsatz liegt. Diese werden über 3 Jahre mit Updates und Support versorgt, wohingegen die regulären halbjährlichen Releases nur anderthalb Jahre mit Updates versorgt werden. Mehr dazu im Shuttleworth-Interview.

Große Firmen brauchen seltener die neueste Version einer Software. Ihr Fokus liegt auf Verlässlichkeit, Einsatzfähigkeit und gutem Support. Die LTS-Versionen von Ubuntu bieten dies. Desktop-User hingegen wollen viel öfter neue Versionen mit neuen Features sehen. Daher hat sich Ubuntu für diese in einander verschachtelten Release-Zyklen entschieden.

Mein Produktiv-System ist seit ca. 2 Jahren Ubuntu-Linux. Dabei habe ich auch immer erfolgreich die halbjährlichen Distributions-Updates durchführen können. Mit dem im Oktober erscheinenden Gutsy Gibbon (mom. Tribe 5) wird u.a. der erfolgreiche 3D-Desktop Compiz-Fusion standardmäßig Einzug halten, ebenso wie der neue Completely Fair Scheduler (CFS), der eine völlig neue Herangehensweise an Prozess-Management offeriert. Zwecks Akku-Schonung wird der 3D-Desktop jedoch bei mir nicht lange laufen - Mobilität ist mir hier wichtiger als Optik. Immerhin hat man bei Linux die Wahl, was mit den eigenen Systemresourcen geschehen soll, nicht wahr Vista?

Geschrieben am 31.08.2007

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