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"Sie haben soeben ein Kind zuviel gezeugt!"

China Protest gegen GeburtenkontrolleIn der chinesischen Millionen-Metropole Shenzhen wird nun das allumfassendste Überwachungsnetzwerk der Welt errichtet.  Über 20.000 Überwachungskameras mit automatisierter Gesichts- und Verhaltenserkennung sollen in der Stadt öffentliche Plätze beobachten. Weitere 180.000 'normale' teils öffentliche, teils private Kameras werden mit dem Überwachungsnetzwerk verbunden werden und dem direkten Zugriff der chinesischen Behörden unterstellt.

Des Weiteren werden alle Bewohner der Stadt mit digitalen Ausweisen ausgestattet, welche Daten wie Name, Adresse, Beruf, Einkommen, Bildungsgeschichte, Religion, Vorstrafenregister, Kontaktdaten des Vermieters sowie gezeugte Kinder enthält. Die Kinderanzahl dient dabei zur Einhaltung der strikten Ein-Kind-Politik der chinesischen Regierung, die damit versucht die Überbevölkerung in China einzudämmen.

In der Zukunft sollen in einem weiteren Schritt noch mehr Daten auf die digitalen Identitätsausweise gespeichert werden. Darunter gehören z.B. aufgenomme Kredite, Fahrkarten für die öffentlichen Verkehrsmittel sowie getätigte Einkäufe. Diese Ausweise werden in den Städten Shenzhen und Shanghai getestet werden und nach erolgreicher Betaphase in 680 weiteren chinesischen Städten eingesetzt werden.

Die immer weiter zunehmende totale Überwachung in China ist keine Zufälligkeit. Die Olympischen Spiele in Beijing 2008, über deren negative Auswirkungen auf die chinesische Medienlandschaft wir bereits berichteten, sind ein großer Motor für die chinesische Regierung, eine lückenlose Überwachungs-Infrastruktur zu etablieren. Die bereits schwache Opposition in China könnte in der Zukunft durch die Überwachungswerkzeuge der Regierung noch weiter geschwächt und diskreditiert werden.

Das Errichten einer solchen Überwachungs-Infrastruktur ist außerdem ein äußerst lukratives Geschäft. Viele westliche Firmen bieten sich der chinesischen Regierung an, um eine immer ausgereiftere totale Überwachung der Bevölkerung zu gewährleisten. Unter ihnen sind alte Bekannte wie Google, Yahoo, Cisco und IBM, aber auch New Players wie HP und Dell. Unser Lob an Dell war wohl zu früh ausgesprochen - Eine Schande, dass Unternehmen wie Dell so unterschiedliche Gesichter an den Tag legen können.

Zum Abschluss möchte ich daher noch einmal Roger Dingledine zitieren, der bei seinem Vortrag beim 23C3 über das Anonymisierungsnetzwerk TOR sagte: "Hey China! It's Cisco speaking. We've just developed a great new technology to censor your citizens even more!"

(via heise.de)

Geschrieben am 13.08.2007

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1 Kommentare

# 1 von Tobias am 14.08.2007, 00:01 Uhr

Wer kurzsichtig genug ist, sich nach der Lektüre dieses Artikels zu freuen, dass China so weit weg ist, sollte noch einmal genauer hinschauen: In Berlin wird momentan eine Gesetzesänderung diskutiert, die den Behörden direkten Zugriff auf die Videoaufzeichnungen innerhalb der öffentlichen Verkehrsmittel gibt und die Handy-Ortung für Behörden stark vereinfachen soll. Mehr dazu unter http://www.heise.de/newsticker/meldung/94295



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