Wer terrorisiert hier eigentlich Wen? Anne Roth, Frau eines Mannes unter Terrorverdacht, erzählt von ihren sehr persönlichen Erfahrungen mit den Bundesbehörden, die eines Morgens ihre Wohnugstür eintraten und ihr gesamtes Leben auf den Kopf stellten.Andrej Holm, der Mann von Anne, wurde angeklagt, Mitglied der "Militanten Gruppe (MG)" zu sein. Nach einigen Monaten wurde die Anklage modifiziert um Andrej weiterhin überwachen zu können, nachdem er aus der Untersuchungshaft entlassen wurde.
Seitdem werden die Geschehnisse in der Familie von Anne Roth auf Schritt & Tritt überwacht, Telefone werden abgehört, Post wird mitgelesen, eMails überwacht und Anne, als Frau des Verdächtigten, oftmal von Zivilbeamten überwacht, wenn sie in der Öffentlichkeit ubnterwegs ist.
Diese Erlebnisse haben sie zuerst tiefst schockiert und belastet. Eines Tages entschloss sie sich, über all dies zu schreiben und eröffnete ihr eigenes Blog. Hier berichtet sie über alle Aktualisierungen zu den Prozessen gegen Andrej und drei weitere Angeklagte, Mitglieder der Militanten Gruppe.
Im Verlauf der fortgeführten Überwachungsmaßnahmen durch die Polizei gerieten auch die bereits älterlichen Eltern Andrejs unter Verdacht. Auch sie wurden daraufhin überwacht und beschattet. Als sie eines Tages unabsichtlich ihre Bewacher verloren, trat die Polizei sehr bald ein zweites Mal die Haustür von Andrejs Familie ein. Auch Freunde der Familie gerieten in den Fokus der Behörden. Durch den zunehmenden Druck auf das gesamte soziale Umfeld der Familie wurde diese durch die Behörden quasi zur Familia Non Grata stigmatisiert.
Nicht nur wurden natürlich alle Kommunikationskanäle der Familie überwacht, sondern auch der Arbeitsplatz Andrejs an einer Universität Berlin geriet unter die Lupe der Behörden: Sie beorderten Akten und Personaldaten von über 20 Mitarbeitern von Andrej, um sein Arbeitsumfeld einschätzen zu können. Dass mit solchen Aktionen die Polizei quasi die Existenzgrundlage der Familie stark gefährdet, scheint dabei nicht von Interesse.
Kritisch zu sehen ist natürlich, dass es einfach ist, Symphatien für Anne Roth zu haben. Ihr extrem persönlicher Ansatz voller Anekdoten formt ein extrem eindrucksvolles Bild ihrer Gefühlslage. Allerdings bleibt der tatsächliche Sachverhalt der Schuldfrage der Militanten Gruppe auf der Strecke. Annes Ziel ist offenbar aber auch nicht, diese Schuldfrage auszublenden, sondern 'nur' die Konsequenzen eines Terrorverdachts + Überwachungssituation für das eigene Privatleben darzustellen. Und dies hat sie eindruckvoll getan!
Geschrieben am 27.12.2007




Es ist schon ein bisschen her, aber vielleicht hilfts ja noch jemandem. Das Skype-Problem erledigte sich bei mir nachdem ich in der ...
- Sobo