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Wikileaks - Verschlussdokumente für die Öffentlichkeit

Wikileaks LogoDas World-Wide-Web hat eine Philosophie - auch wenn diese immer öfter unter Nationalrechten, Firmeninteressen und Zensuren begraben wird. Diese Philosophie besagt, dass eine Technologie wie das Internet endlich die nationalstaatlichen Interessen überwinden kann und Menschen weltweit zusammenbringt, um für eine bessere Zukunft zu sorgen.  Wikileaks ist eine der Institutionen, die dies bewerkstelligen wollen: Hier können Whistleblower anonym sensible Informationen der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Menschen haben ethische Grundwerte, die sie manchmal dazu bringen, das Richtige zu tun, obwohl sie selbst in einer Situation sind, in der sie etwas anderes tun sollen. Dies trifft auf Politiker ebenso zu wie auf Mitarbeiter von großen Firmen oder Menschen im Militär. Daher kommen immer wieder Dinge ans Licht, die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind.

Wikileaks bietet eine große Plattform für diese Informanten, die sich, falls sie sich an Wikileaks wenden, sicher sein können, dass die Informationen eine große Publicity erhalten. So können sich auf Grund von deren Veröffentlichung vielleicht die Dinge zum Besseren verändern.

Unter den Unterlagen bei Wikileaks finden sich z.B. authentische Dokumente über die Infrastruktur & Foltermethoden in Guantánamo, Militärunterlagen zum Abschuss eines Spionagesatteliten durch das US-Militär, eMails zum Blackwater-Söldner Skandal u.v.m. Wikileaks versucht nach Erhalt derartiger Dokumente deren Authentizität zu bestätigen und veröffentlicht diese dann ganz nach der Methode des "Full Disclosure".

Ob man diese Vorgehensweise nun gut heißt oder nicht oder ob man den Machern von Wikileaks überhaupt Glauben schenkt, sei jedem selbst überlassen. Ein toller Platz zum spannenden Stöbern ist Wikileaks allemal.

Geschrieben am 01.03.2008

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4 Kommentare

Von Max am 03.03.2008, 07:49

Ich kann mir eigentlich kaum vorstellen, dass so etwas Erfolg haben kann. Die Anzahl der Trittbrettfahrer, die entweder falsche oder nur vermeintlich wichtige Informationen dort einstellen schätze ich als zu groß ein.
Die Anonymität des Web schützt ja nicht nur Informanten (was alle Trolle in Foren, Gästebüchern etc. - die ja vermutlich auf der Straße auch "normale" Menschen sind - eindrucksvoll beweisen!)

Von Verena am 04.03.2008, 11:33

Ich finde es fragwürdig ... Wikileaks-Fans sprechen davon, dort die "Wahrheit" erfahren zu können, die sonst unter den Teppich gekehrt wird. Aber wer sagt mir, dass dieses Medium nicht auch manipuliert wird? Wer sagt mir, dass damit kein Schindluder getrieben wird z.B. um dem Chef, über den man sich ärgert, eins auszuwischen "Hey das ist ein Geldwäscher" *gefälschte dokumente einstellt*.

Von Tobias am 04.03.2008, 12:16

@ Max & Verena:
Keine Frage, dass das Missbrauchspotential da ist. Aber: Wikileaks prüft die Quelle und die gegebenen Informationen. Sie werden ihr Bestes tun, potentielle Fälschungen von echten Informationen zu trennen, da davon die Glaubwürdigkeit des gesamten Wikileaks-Projekts abhängt.
Es gab z.B. auf die Veröffentlichung des Guantánamo-Handbuchs Reaktionen aus den Reihen des U.S. Militärs. Es wurde versucht, das Dokument von Wikileaks entfernen zu lassen. Diese Aufmerksamkeit würde das Militär diesem Dokument nicht schenken, wenn es nicht echt wäre.

Von Max am 06.03.2008, 08:41

Fragwürdiges Argument:
"Diese Aufmerksamkeit würde das Militär diesem Dokument nicht schenken, wenn es nicht echt wäre."

Wenn jemand versucht Deinen Ruf zu versauen, und sei es mit noch so gefälschten Dokumenten, kann ich trotzdem gut verstehen wenn Du Dich dagegen wehrst. Zumal ja manch einer (trotz offensichtlicher Falschaussagen) geneigt sein könnte es zu glauben (Ich hab's gelesen! Im Internet!)

Ohne den Guantánamo-Unterlagen ihre Korrektheit absprechen zu wollen!

Nichtsdestotrotz bedarf es weiterhin einer konstruktiv-kritischen Geisteshaltung gegenüber den Bösen und denjenigen die sie denunzieren.



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