Es war ein sonniger Tag. Ich ging von der Arbeit an der Bilal-Moschee vorbei auf dem Weg zu meiner Wohnung. Auf dem Weg kaufte ich beim türkischen Obsthändler meines Vertrauens Obst und Shisha-Kohle ein (die Kohle bekam ich geschenkt). Zuhause angekommen, wurde als erstes natürlich der Laptop verkabelt und als zweites der Samowar befüllt.Einige Arbeitsstunden und viele Çay-Gläser später bemerkte ich die fortgeschrittene Uhrzeit und spurtete auf die Straße, um direkt gegenüber bei einer guten Bäckerei Baklava für Corinna & mich zu kaufen - Schließlich würde meine Göttergattin in Spe bald auch von der Arbeit kommen.
Im türkischen Teehaus, das sich im Erdgeschoss unseres Hauses befindet, sah ich bei dieser Gelegenheit, dass eine der großen Glasscheiben der Front eingetreten worden war. Kurze Nachfrage ergab: Täter war einer der leider viel zu vielen Junkies unseres Viertels - Nationaliät Deutsch.
Nach spätnachmittäglichem Tee- und Baklava-Essen mit Corinna arbeiteten wir beide noch einige Zeit weiter. Etwas später - es war bereits dunkel - quälte uns der Hunger nach einer warmen Mahlzeit und wegen eigener Faulheit suchte ich alsbald Osman im nahe gelegenen Tivoli-Grill auf, um leckere Kalorienbomben zu kaufen.
Da Ramadan war, hatte Osman einen größeren Kreis an Familie an einem Tisch. Sie aßen alle zusammen zu abend, da die Sonne sich für heute verabschiedet hatte. Es dauerte also ein wenig, bis ich bestellt hatte. In dieser Zeit blätterte ich durch die verschiedenen Magazine, die im Zeitungsständer auslagen.
Das Magazin "Stern" lag in einer der Ebenen des Zeitungsständers ganz oben und titelte: "Wie gefährlich ist der Islam?". Es folgte innere Erregung, Flüche unterdrücken, Pulsschlag wieder reduzieren. Osman & ich unterhielten uns kurz über das letzte Fußballspiel der Alemannia. Kommenden Freitag sei das Ende des Ramadan, das Zuckerfest, verkündete er (mit ein wenig Erleichterung im Gesicht). Ich wusste dies bereits: Bora, einer meiner Fußball-Mitspieler würde zum nächsten Spiel am Freitag nicht dabei sein können - er würde das Zuckerfest bei seiner Familien verbringen.
Immer noch aufgeregt über die fürchterliche Polemik dieses Stern-Käseblättchens ging ich nach Hause, aß mit Corinna und rauchte nach dem Essen mit ihr Shisha. Dannach entschloss ich mich, einen ebenso unreflektierten, aber durchweg positiven Artikel über die Gefährlichkeit des Islam zu schreiben. Dies ist hiermit getan. Danke für eure Aufmerksamkeit!
Geschrieben am 10.10.2007




Für die Neugierigen: Seit der Implementierung der Botquestion-Funktion in meinem CMS BeautifyWeb und damit auch diesem Blog ist kein einziger...
- Tobias