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24C3: Meine Fingerabdrücke vs. Deutscher Pass

ePass ParodieMittlerweile etabliert sich der Vortrag zur biometrischen Vollerfassung zum jährlichen Traditionsevent. 46Halbe und Starbug berichten von den Entwicklungen zum neu eingeführten ePass in Deutschland, dem eigentlichen Fingerabdruckscanner & allem drum herum.

Für den neuen Pass müssen laut Vorgabe jeweils der Zeige- und Mittelfinger beider Hände aufgenommen werden. Sollte das nicht funktionieren, werden Daumen und Ringfinger aufgezeichnet. Der kleine Finger bietet nicht genügend Fläche, um sinnvolle Abdrücke zu ergeben.

Sollten sich keinerlei Finger für die Abnahme eignen, soll laut Gesetzestext "der Abdruck mit dem verhältnismäßig besten Ergebnis" genutzt werden. Damit wird die gesamte theoretische Erhöhung der Sicherheit ad absurdum geführt.

Der Beamte, der die Abdrücke abnehmen muss, kann auch temporäre oder dauerhafte Gründe angeben, warum das nötige Merkmal nicht verfügbar ist: Temporäre Gründe sind z.B. Gipshände, Verätzungen o.ä. Dauerhafte Verhinderung der Merkmalsabnahme wären amputierte Hände bzw. Arme o.ä. Sollte man temporäre Gründe nachweisen können, kann der/die Beamte bestimmen, dass der neue Pass nicht 10, sondern nur 1 Jahr gültig ist. Nach einem Jahr muss man dann einen neuen Pass beantragen und ggf. das Merkmal Fingerabdruck nachreichen. Was passiert, wenn man jedes Jahr mit unabnehmbaren Fingerabdrücken auftaucht, ist noch unklar.

Der CCC hat gerade im Zusammenhang mit der neuen Fingerabdruckgestützten Zahlungsmethode in süddeutschen EDEKA-Märkten mehrfach bewiesen, dass Fingerabdrücke kinderleicht zu fälschen bzw. zu imitieren sind. Jeder Mensch hinterlässt ca. 35 brauchbare Fingerabdrücke pro Tag. Bereits vor einem Jahr wurde dies alles bei "Mehr Spaß mit Fingerabdrücken" dargestellt.

Leider stellten sich sowohl die Bundesregierung, die Bundesdruckerei als auch der Fingerabdrucksscanner-Hersteller als extrem beratungsresistent heraus. An keiner relavanten Stelle wollte man von diesen Mäkeln wissen. Dies mag daran liegen, dass die von Schäuble viel berufene Erhöhung der Sicherheit nicht wirklich im Fokus der Bundesregierung liegt. Vielmehr ist es von Interesse, als erste europäische Nation biometrische Merkmale und ihre Erfassungstechnik zu entwickeln und erfolgreich einzusetzen. Viele andere Staaten werden diese Technologio in Zukunft von der Bundesregierung kaufen. Hierbei handelt es sich um einen Milliarden-Euro Markt, bei dem wir als Bundesbürger nichts weiter als gezwungene Betatester sind.

Bei älteren Bundesbürgern bzw. Senioren wird sowohl die automatisierte Gesichts- als auch die Fingerabdruckerfassung immer öfter fehlschlagen. Eine Studie belegt, dass bereits ein signifikanter Anstieg der Fehlerquote bei Menschen über 45 Jahren zu verzeichnen ist. Ob nun diese Personen jedes Jahr erneut einen Reisepass erwerben müssen nur weil sie biometrisch nicht voll erfasst werden können, ist in keinster Weise geregelt. Ebenfalls Kinder und Jugendliche mit ihren sich veränderten Fingerabdruckmustern sind in keinster Weise beachtet.

Die Datenübertragung vom Fingerabdruckscanner im lokalen Einwohnermeldeamt zur Staatlichen Bundesdruckerei ist ebenfalls nicht sicher. Die Übertragung konnte abgefangen und ggf. auch verändert werden. Je nach verfügbarer Datenverbindung werden die digitalisierten Fingerabdrücke über das unsichere POP3-Protokoll übertragen.

Nach den neuen Passgesetzen können Fingerabdrücke mittlerweile durch die Polizei bzw. Ermittlungsbehörden automatisiert abgerufen und abgeglichen werden. Dazu ist zukünftig auch kein richterlicher Antrag mehr notwendig.

Die Zukunft sieht vermutlich so aus, dass bald auch auf europäischer Ebene alle Fingerabdrücke der EU-Bürger zentral gespeichert und verwaltet werden. Schäuble dementierte die Nachfrage nach dieser Entwicklung nicht.

Geschrieben am 29.12.2007

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2 Kommentare

# 1 von Steffi am 06.01.2008, 00:59 Uhr

er heißt starbuG und hat mit der Kaffeekette nix zutun :P

# 2 von Tobias am 06.01.2008, 01:32 Uhr

Danke für den Heads-Up! Ist korrigiert.



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