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24C3: Die Wichtigkeit digitaler Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit"Wie die Rohstoffknappheit das Internet erfasst". Das Ausgehen von Rohstoffen ist eigentlich ein Konzept der physischen Welt - Daher ist Nachhaltigkeit eigentlich auch ein Konzept dieser "analogen" Welt. Doch auch in der pseudo-paradiesischen Welt des Internets, in der es theoretisch unendliche Resourcen gibt, braucht man Nachhaltigkeitskonzepte.

Nachhaltigkeit bedeutet, dass man nicht mehr verbraucht, als man wieder an nachwachsenden Rohstoffen erzeugen kann. Man kann also von der klassischen "Natürlichen Balance" sprechen. Im Internet sind "Informationen" der Grundrohstoff. "Informationen sind das Öl des 21. Jahrhunderts."

Daher ist die Einschränkung des Zugangs zu Informationen ist ebenso schädlich wie das Fehlen natürlicher Resourcen. Durch diese Einschränkungen nährt sich das Zeitalter des Information-Overflows dem Ende. Informationen werden nun auch im Netz immer mehr zentralisiert & staatlich kontrolliert. Es findet eine regelrechte Machtergreifung der Informationshoheit statt.

Im freien Netz konnten Inhalte noch problemlos kopiert und theoretisch unendlich vervielfältigt werden. Da nun quasi alle Business-Sektoren ins Netz migrieren, transportieren sie ihre Vorstellungen von Ware & Distribution aus der analogen Welt. Die Geeks & Geekinnen haben durch ihr ihr Verhalten die Geschäftsmodelle der Großen leider nicht verändert, sondern "die Großen" instrumentalisieren die Gesetzgebung um das Netz nach ihren Vorstellungen umzuändern. Die Resultate sind immer engmaschigere Anti-Filesharing Gesetze, DRM, Copyright-Verschärfungen etc. Diese Verschärfungen eleminieren das digitale Schlaraffenland und verformen es zu einem Abbild der analogen Welt um.

Der Jura-Professor Larry Lessig hat diese Entwicklung als eine Entwicklung hin zu einer "Permission Culture" betitelt.

Die End-To-End Applikationsstruktur auf Rechnern, in der eine Anwendung auf dem Client-Rechner das Netz nur zum Versand von Paketen nutzte, geht dem Ende entgegen. Das Netz wird vom Paketdienst zum Verkäufer: VoIP, Web-Apps und ähnliche Anwendungen erobern den Client-Rechner und machen das Netz zu einer Art Einkaufsladen.

Diese Entwicklung fördert die Entwicklung von kostenpflichtigen Netzdiensten. ISPs sind immer öfter dazu angeregt, bestimmte Dienste nur für Zusatzzahlungen ihrer Kunden zu erlauben. Diese "Wegelagerei" im Netztraffic verhindert echte Innovationen im Netz, da die grunlegend freie und gleiche Struktur des Paketversands im Netz dann nicht mehr zur Verfügung steht.

Die immer absurder werdenden Patentklagen für bestimmte Konzepte im Netz (siehe Amazon oder Microsoft) sind eine weitere Manifestation dieser Entwicklungen.

Geschrieben am 28.12.2007

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3 Kommentare

# 1 von Seppl am 29.12.2007, 02:42 Uhr

Eieiei, glatte "6" für den Beitrag. Diese Interpretation ist Polemik in Reinstform und hat nichts mit dem Konzept der Nachhaltigkeit zu tun (unbestritten hat auch Politik nicht die leiseste Ahnung von Nachhaltigkeit). Es gibt z.B. weder "natürliche Balance", noch gibt es Anrecht auf Zugang zu Ressourcen. Und mal bösartig rational gesprochen: wenn du Hunger hast, guckst du nicht im Internet, wo es was zum Essen gibt, und ganz nebenbei "tangieren" dich weit entfernte Informationen EXTREM periphär.

Aber fangen wir vorne an:

Nachhaltigkeit ist definiert als "Nutzung einer Ressource unter Berücksichtigung intergenerativer Gerechtigkeit". Einfach gesagt, sollen unsere Kinder eine bereits verwendete Ressource (z.B. abgeholzter Baum für Papier) auch wieder nutzen können, oder einen gleichwertigen Ersatz vorfinden. Das Thema ist schon schwierig genug und ist NIRGENDWO gelöst.

Aber wie wendet man dann Nachhaltigkeit auf das Internet an? Was bietet also der "Rohstoff Internet"?

Menschliche, textbasierte Information. Nicht mehr, und nicht weniger. Das Problem ist, NÜTZLICHE Information NACHHALTIG zu sichern. Aber für wen? In welchem Land? In welcher politischen/persönlichen/religiösen/sinvollen Situation? Viel Spass beim Besetzen eines Gremiums.

Und ganz nebenbei ist Internet und sein Inhalt kein Rohstoff. Es ist KULTURStoff in reinster Form. Der Rohstoff ist der Energielieferant (Pflanze/Tier für den tippenden Mensch und Kohle/Gas/Kernverschmelzungen für den Rechenkencht).

Greetz from Bonnn

# 2 von Tobias am 29.12.2007, 14:05 Uhr

Zuerst dachte ich, du meinst meinen "Beitrag"...

Ich habe aber ja nur zusammenfassend geschrieben, was im Vortrag dargestellt wurde. Persönlich fand ich den Vortrag auch ziemlich scheisse - Man hat viele unterschiedliche Entwicklungen betrachtet, sie in einen losen Zusammenhang gesetzt und dem Ganzen einen aufmerksamkeitserregenden Titel gegeben. Resourcen-Knappheit ist ja dank Klimaerwärmung auch derzeit in aller Munde...

Danke für deine fundierten Ausführungen! Ich selbst bin da auch auf deiner Seite - Den darstellenden Vortrags-Artikel lasse ich aber so wie er ist - Es möge sich jeder selbst seine Meinung bilden (oder eine gute Meinung aus den Kommentaren hier adaptieren! ;) )

# 3 von Seppl am 30.12.2007, 02:09 Uhr

"Es möge sich jeder selbst seine Meinung bilden (oder eine gute Meinung aus den Kommentaren hier adaptieren! ;) )"

That is the BLOG side of life ;) Happy new year, Miss Toby.



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