Markus Beckedahl von Netzpolitik.org referierte beim 24C3 über die Möglichkeiten, die allen von uns offen stehen, die eigenen Rechte zu vertreten und ggf. zu verteidigen. 1. Kontaktiere Deine Abgeordneten: Dies tut man am Besten auf dem klassischen Postweg, weil eMail o.ä. in der Regel nicht persönlich gelesen wird. Erläuterte deinem Wahlkreis-Abgeordneten deine Interessenlage und mache ihm deine Lebensumfeld im Netz verständlich. Nur mit verstärktem Verständnis für die digitale Welt können Politiker mittelfristig sinnvolle Entscheidungen treffen. Das einzige sinnvolle Online-Tool für den Kontakt mit Abgeordneten ist http://www.abgeordnetenwatch.de/
2. Bringe eine bereits existente (Jugend-)Organisation auf deine Seite: Dies schaffst du am Besten durch persönliche Überzeugungsarbeit von Schlüsselfiguren. Wenn man dann generalisiert sagen kann, dass z.B. Verdi das Thema XY unterstützt, macht das großen Eindruck und kann ggf. das nötige Gewicht in die Waagschaale werfen. Als Gegenleistung kannst du der Organisation Vorträge oder Workshops zu dem Themenberich anbieten.
3. Schreibe eine Petition: Das Internet-Petitionssystem des Deutschen Bundestages eignet sich gut als Kampagnenmittel. Je nach Art der Petition kann diese schnell eine Eigendynamik entwickeln und mediale Aufmerksamkeit erhalten.
4. Klage gegen den Bürgerrechts-Abbau: Klagen oder sogar nur das Androhen von Klagen kann viel bewirken. Natürlich braucht man in jedem Fall kompetente Anwälte, die auf dem neuesten Informationsstand sind und die Klagen juristisch aufbereiten.
5. Schaffe dir ein Weblog an: Eine kritische Masse an Blogs, die gleichzeitig das selbe Thema darstellen, generiert oftmals die Aufmerksamkeit größerer Medien und sorgt für ein Bewusstmachen in der breiteren Bevölkerung.
6. Kontaktiere lokale Journalisten: Diese sind oftmals dankbar für kompetente Hilfe in Sachen Bürgerrechts-Abbau, P2P-Technik, Copyright-Verschärfungen etc. Hast du sie als guten Kontakt gewonnen, können deine Interessen von ihrer Leserschaft profitieren.
7. Beobachte scharf die Entscheidungsprozesse von Lobbygruppen, Politikern und der Industrie: Oftmals werden bestimmte Entscheidungen getroffen, weil Politiker von Lobbies instrumentalisiert werden oder im Vorstand einer bestimmten großen Firma sitzen und dieser mit neuen Gesetzgebungen auf die Sprünge helfen. Dieses engmaschige Netz zu durchdringen und um zu erkennen wer in welche Taschen wirtschaftet ist schwer, aber extrem wirkungsvoll. Die Befangenheit von Abgeordneten öffentlich zu machen ist eindrucksvoll für die Medien.
8. Erstelle eigene Videoclips, Radio-Podcast und nimm' Videos von Interviews mit Experten oder Aktivisten: Multimediale Inhalte sind für viele Leute einfacher zu verstehen und gerade humoröse Remixes von Politikern verbreiten sich wie ein Buschfeuer im Netz wenn sie gut sind.
9. Schenke einen Link: Verlinke mit Social-Bookamrking Diensten und ähnlichen Diensten sinnvolle Inhalte und mache sie somit bekannter für andere.
10. Schreibe verständliche Hintergrundtexte: Mit dem eigenen Spezialwissen komplexe Themenbereiche für Normalbürder verständlich zu machen ist ein extrem dankbarer Weg, mehr Bewusstsein in der Bevölkerung zu erzeugen.
11. Schreibe schlagkräftige Flyer-Texte: Kurz & Prägnante Texte für Flyer oder Plakte zu erstellen, ist gar nicht so einfach. Wenn jedoch andere zu dem Thema später einmal eine Flyer-Aktion oder Demonstration zu organisieren, werden sie extrem dankbar sein, gute Texte für ihre Prints zu erhalten.
12. Schreibe in der Wikipedia: Die Wikipedia hat eine enorme Poularität und viele Menschen informieren sich in ihr. Erstelle Artikel zu deinem Thema und diskutiere aktiv mit, um die dortigen Artikel zu verbessern.
13. Gestalte Designs für Banner, Websites, Blogs, T-Shirts, Flyer, Plakate etc.: Designen ist ein schwieriger Prozess. Jedoch ist Designen extrem wichtig, da nur ansprechend gestaltete Inhalte auch betrachtet und beachtet werden.
14. Programmiere Infrastrukturen für Kampagnen: Erstelle als fähiger Programmierer gute Plugins für große CMSe, um Campaigning zu vereinfachen.
15. Programmiere Widgets: Animierte Banner, Video-Player, RSS-Info-Boxen u.v.m. für Blogger und Website-Betreiber zu erstellen ist sehr hilfreich, da die Betreiber innerhalb von kurzer Zeit sinnvolle Erweiterungen für ihre Seiten erhalten und ihr gewinnt eine größere Leserschaft für eure Interessen.
16. Betreibe freie Infrastrukturen: Betreibe oder finanziere TOR-Server bzw. Nodes oder ähnliche Dienste. Dissidenten weltweit sind auf die Verfügbarkeit dieses Strukturen angewiesen - Und evt. sind wir es selbst bald auch.
17. Unterstütze existente Organisationen: Design, HTML- oder Coding-Fähigkeiten können einer guten Organisation wie z.B. Greenpeace zur Verfügung gestellt werden, um ihnen mehr mediale Macht zu generieren.
18. Überall fehlt Geld: Starte Funraising-Aktionen, helfe Stiftungen oder spende einfach persönlich einen Betrag (oder am Besten einen Dauerauftrag) um Organisationen finanziell zu unterstützen. Außerdem kann man mit den nötigen Kenntnissen evt. Geldtöpfe der EU o.ä. für Organisationen anzapfen.
19. Mundpropaganda: Rede mit deinen Verwandten, Freunden und Bekannten, um mehr Menschen deine Interessen bewusst zu machen. Nichts überzeugt wie ein direktes Gespräch.
20. Mache Infostände, Kulturveranstaltungen oder kleine PR-Aktionen wie Ankettungen o.ä.: Invasiere die Fußgängerzone und erreiche die Bevölkerung.
21. Guerilla-Aktionen: Pinguin-Kostüme auf Microsoft-Pressetreffen, Tierfelle bei Luxus-Kleidungs-Messen etc. Solche Aktionen sind zwar rechtlich mind. problematisch, haben aber eine riesige PR-Wirkung!
22. Verwende freie oder offene Lizenz-Modelle wie CreativeCommons und stelle deine Kreationen somit anderen zur Verfügung.
23. Werde selbst Politiker! (Kein echter Punkt mehr, kam aber aus dem Publikum)
In der nachfolgenden Question&Answer Runde unterstützte ein teilnehmender Politiker aus dem Publikum die dargestellten Möglichkeiten und bestärkte das Publikum darin, die eigenen Abgeordneten zu kontaktieren, da er dies für den ergiebigsten Weg hielt. Abgeordnete hätten viel zu oft zu wenig Ahnung von den Dingen, über die sie entscheiden müssten.
Geschrieben am 28.12.2007




Sehr interessant! Auch die Arbeit, die du dir gemacht hast. Allerdings werde ich das Favicon nicht verwenden, damit ich Scroogle nicht mit Google...
- isinkwa